Montag, 19. November 2012

Jennifer Egan und Sophie Hunger

Mit dem Roman - Der größere Teil der Welt - war ich in Kenia auf Safari, beim One-night-stand in Manhattan, mit einer Marketing Mangerin in irgendeiner Bananenrepublik; ich guckte vom Buch hoch und musste mich orientieren wo ich bin. Das ist lange nicht passiert. 
Jennifer Egan verwebt zahlreichte Lebensläufe und Zeitebenen zu einem großen Ganzen, ich würde sagen, zu einem Feuerwerk von Geschichten. In der Mitte gibt es den ein oder anderen Hänger, das sei ihr aber gerne verziehen. Es hat mich von der Form ein wenig an die Stadtgeschichten von Armistead Maupin erinnert, allerdings in einer stark weiterentwickelten Form.

Gleichzeit habe ich die neue CD von Sophie Hunger gehört, bin ehrlich gesagt bisher nur bis zur ersten CD gekommen, ist so großartig. Allerfeinste Popsongs mit sehr persönlicher Note, vor allen Dingen wenn sie in schwyzerdütsch singt.

Fotos müssen leider weg

Tja, ich hatte es ja schon befürchtet, die Fotos müssen alle raus. Nina hat auch mich verständlich nochmal ein paar Dinge zum Thema Blog aufgelistet. Ich nehme die Fotos jetzt raus und überlege mir mal was.
(Meine Fotos waren sowieso qualitativ fragwürdig, aber ärgern tuts mich doch!!)

Freitag, 2. November 2012

Die Stadt der Toten von Sara Gran

Überall beschrieben, quasi das Must-have des Herbstes, der erste Band um die Detektivin Claire DeWitt, eine Ermittlerin mit Handbuch, Halluzinationen und Vergangenheit. Und wo sollte das Ganze spielen, dem Titel nach hätte ich es mir ja schon denken können, in New Orleans natürlich. 

Claire soll das Verschwinden eines bekannten Staatsanwaltes untersuchen, der nach der Sturmflut nicht mehr aufgetaucht ist. Sie trifft alte Bekannte, jugendliche Gangster und beschäftigt sich mit den allgegenwärtigen Dämonen ihrer Vergangenheit.

Die Autorin hat eine Heldin geschaffen, die es ohne weiteres durch mehrere Bände schaffen könnte, nicht alle Geheimnisse wurden gelöst. Mich hat es an Micky Knight von J.M. Redman erinnert, die vor Jahren schon in New Orleans ihr Unwesen trieb. 

Was allerdings die Rezensionen angeht... Wenn man sich mal bißchen Gedanken macht und nett schreibt, I-Ging lesen, Drogen nehmen, ordentlich Sozialkritik und so, kann man es ohne weiteres auf jede Bestenliste schaffen. Für mich ist es ein schöner Krimi, dem man noch viele Bände wünscht.

Samstag, 20. Oktober 2012

Ein Weihnachtsvorbote: Hilfe die Herdmanns kommen von Barbara Robinson

Ein Krippenspiel der besonderen Art. Die Herdmannkinder haben das Gartenhäuschen vom Nachbarn abgefackelt und spielen nun die Hauptrollen im jährlichen Krippenspiel. Soll man das mit seinen Kindern lesen? Auf jeden Fall! Man sollte seine Kinder nicht unterschätzen, das Riesenzähnchen wußte es sehr gut einzuordnen.

Jetzt lesen wir gerade den nächsten Band, in dem es sich um Halloween dreht, ich finde es ziemlich langweilig, meinem Sohn gefällt es.

Verwesung von Simon Beckett

Meine zweite Begegnung mit David Hunter, auch ein Geburtstagsgeschenk. Ein schnell in den Ferien weggelesenes Buch über einen Forensiker, der im Sumpf von Dartmoor mit einer schönen Frau Leichen sucht. Viele Leute lieben Simon Beckett, es ist gute Unterhaltung, aber es könnte etwas mehr Seele haben. Außerdem mag ich es, wenn ich etwas lerne, wüßte hier leider nicht, was.

Christian Kracht


Habe mich in der Bücherei vergriffen und erstmal - Imperium - gelesen. 
August Engelhardt wanderte zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Südsee aus, kaufte eine Insel und gründete den Orden der Kokovoren (Kokosnussesser, in etwa). Eine tragische Gestalt in einer tragischen Zeit, dessen Einsamkeit mich an jemand erinnert, komme noch darauf. Christian Kracht schreibt einfach toll, er ist sehr wortgewandt, manchmal lässt er sein Bildungsbürgertum etwas zu sehr raushängen, aber mir hat es trotzdem so sehr gefallen, dass ich direkt - Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten - gelesen habe. 
Es gibt eine Schweizer Sowjet Republik, die seit fast 100 Jahren im Krieg mit Nazideutschland steht und ihre Soldaten aus Afrika rekrutiert. Ich habe mich dabei ertappt, das ich das Buch wie einen Krimi gelesen habe, was ferner nicht liegen könnte. Aber C. Kracht schreibt so schön, ich wollte immer weiter lesen. Ein aufmerksamer Geist hat mir noch Faserland zum Geburtstag geschenkt, das werde ich beizeiten auch noch lesen.

Montag, 17. September 2012

Tana French - Enid Blyton für Erwachsene

Tana French ist eine irische Autorin, die ungeheuer spannend erzählen kann, sogartig sozusagen. 
Ihr kennt das, man muß das Buch zuende lesen und auch das nächste kaufen. Die Cassie Maddox Reihe, ihre ersten beiden Krimis, fand ich am Besten. Der Erste wird aus der Sicht von Cassie erzählt, der Zweite aus der Sicht ihres Partners.  
Sie erzählt sehr ausführlich, das ist einerseits eine Stärke, die Personen kommen sehr nah, aber auch ihre Schwäche. In ihrem letzten Buch hätten es 200 Seiten weniger auch getan, ich fand die Handlung auch diesmal nicht so spannend. 
Aber trotzdem, die ersten drei kann ich uneingeschränkt empfehlen, Spannung pur und ein authentisches Bild Irlands, das für mich ja immer etwas 80er haftes hat.
Der Vergleich mit Enid Blyton? Siehe oben und es geschehen Sachen, die meiner Meinung nach niemandem passieren, z.B. Casssie Maddox kommt zu einer Leiche, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Noch Fragen?


Grabesgrün
Totengleich
Sterbenskalt
Schattenstill



Samstag, 1. September 2012

Der Sommer ohne Männer von Siri Hustvedt

Mias Gespons Boris hat eine Pause, nach was weiß ich wie vielen Ehejahren. Mia landet erst in der Psychiatrie, dann fährt sie zu ihrer Mutter nach Minnesota, wo sie den Sommer in Frauengesellschaft aller Altersklassen verbringt. Langsam kommt sie wieder zu sich und merkt, dass sie auch ohne Boris Spaß am Leben hat. Hört sich nach nix Besonderem an, aber Siri Hustvedt gibt den Frauen in diesem Buch so etwas Anrührendes, Einzigartiges. Mich hat das Buch so gerührt, weil hier ohne Muskelprotzerei den Frauen ein Denkmal errichtet wird, so ein kleines, stilles.
Wo ich einmal bei Siri Hustvedt bin möchte ich vor allen Dingen - Was ich liebte - empfehlen, ein großer Familienroman, der die Geschichte zweier New Yorker Familien erzählt. (Mehr mag ich gar nicht darüber schreiben, mich stört das immer, wenn Rezensenten die Handlung schon vorweg erzählen.)

Freitag, 17. August 2012

Gerd Köster liest Gott bewahre von John Niven

Gott ist mal kurz in Urlaub und als er zurückkommt trifft ihn fast der Schlag, was diese Deppen auf der Erde alles in den letzten Jahrhunderten so angerichtet haben. Ihm bleibt nichts anderes übrig, Jesus muss noch mal zurück. 
Hier kriegt jeder sein Fett weg, zurecht, wie ich finde. Aber es zeigt auch, dass der Mensch mit seinen beschränkten Kapazitäten kaum in der Lage ist sich ein Bild von Gott zu machen.

Ein vergnüglicher Hörgenuß (ich fahre jetzt immer mit 100km/h auf der rechten Spur zur Arbeit), was auch Gerd Köster zu verdanken ist, der offensichtlich selbst viel Spaß an diesem Buch hat. Er liest auch die nächsten Beiden auf Deutsch erschienenen Bücher ein, ich werde darauf warten. 
Hier noch ein nettes Interview mit dem Autor: Interwiew mit John Niven.

Noch eine Anmerkung im Nachklapp: Ich hätte das Buch erstmal zu Ende hören sollen, es ist geht nicht nur vergnüglich zu Ende. Und hat mich auch nachdenklich zurückgelassen. Das, was ein gutes Buch eben tun soll.

Der Tod kommt in schwarz-lila von Ulrich Hefner

Ein Ritualmörder treibt im Wattenmeer sein Unwesen und es dauert seine Zeit, bis Kommissar Trevisan und sein Team die Gemeinsamkeit zwischen den Ermordeten herausfinden. Das ist gute Hausmannskost, nicht weniger, aber auch nicht mehr. 

Letzten Samstag habe ich einen schönen Ausflug in die Bücherei gemacht und mir ein Säckchen voll Bücher mitgenommen. Jetzt lese ich mal wieder was Interessanteres, ich schwöre.