Dienstag, 31. Juli 2012

Der Lumpenadvokat von Hannelore Cayre

Was für ein merkwürdiges kleines Büchlein. Meine Anfangsschwierigkeiten mal beiseite gelassen, ist Christophe Leibowitz Anwalt, aber nicht, wie wir uns das so vorstellen, so mit Ehrlichkeit und Moral und so. Auch so ein kleiner Anwalt möchte ein Stück vom großen Kuchen und stolpert dabei über seine eigenen Füße. Wer bis dahin noch an so etwas wie ein faires Justizsystem gedacht hat, wird hier auf netteste Art eines Besseren belehrt.

Inspektor Jury lässt die Puppen tanzen von Martha Grimes

Wir kennen sie alle, die Inspektor Jury Reihe von Martha Grimes. Ich gebe zu, meine Buchauswahl lässt z.Z.. sehr zu wünschen übrig. Wenn ein Buch gelesen ist, nehme ich das nächste. Hatte gar nicht die Zeit und Muße groß auszusuchen und zu forschen. Ich gelobe Besserung. So, nun zu Martha Grimes. Hatte ich einfach Lust zu, tut keinem weh. Das der Inspektor neuerdings in Frauen macht, kann ich leider nicht nachvollziehen, da bin ich Purist.

Fred Vargas

Woher ich in diesen Sommerferien die Zeit genommen haben soll, um Bücher zu lesen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber tatsächlich, ich kann über 4 Bücher berichten.
Den neuen Fred Vargas - Die Nacht des Zorns - hatte ich mir schon vor Wochen auf den Kindle gelanden, in Vorfreude auf die Ferien. Dann konnte ich schon vorher nicht mehr an mich halten und hatte während des Lesens die ganze Zeit ein kleines Lächeln auf den Lippen.

Fred Vargas schreibt eine Krimireihe über Kommissar Adamsberg und seine Abteilung. Es ist ein Hohelied auf alle Abseitigkeiten, esoterischen Einfälle und voller liebenswerter Nachsicht auf Alles allzu Menschliche. Als Grundlage der Fälle bedient sich sich bei französichen Sagen und Mythen, denen Kommissar Adamsberg, meist von Paris aus anreisend, auf den Grund geht. 

Angefangen hat Vargas mit einer Reihe über drei Ärchäologiestudenten, die auch fein war. Beide Reihen trafen sich auch schonmal, aber Kommissar Adamsberg ist letzten Endes übriggeblieben. Mit - Der verbotene Ort - hat die Autorin den, meiner Meinung nach, besten Vampirroman geschrieben, weil er weit über das übliche Genregeschreibe hinausgeht. Und das gerade in Zeiten von blutlosen Vampirgeschichten.

- Die Nacht des Zorns - spielt in der Normandie, eine Frau hat das "Wütende Heer" gesehen und kann so die Morde vorhersagen. Nunja, über die Krimihandlung gibt es soviel nicht zu sagen, jeder könnte der Mörder gewesen sein, Auflösung ist am Ende natürlich ganz logisch :-) 

Ein eifersüchtiger Kollege, der trotzdem liebenswert ist, eine nichtschöne Frau, die begehrenswert ist, eine Alte, die ganz jung ist, so ziehen die Gestalten durchs Buch und das allertollste ist, es sind so wenig Klischees darin, das macht es ganz wunderbar.

Mittwoch, 27. Juni 2012

London Killing von Oliver Harris


Detektive Nick Belsey möchte herausfinden, wer Alexei Deveraux war, wer ihn getötet hat und wie man an sein Geld kommt. Und das mit einem Haufen Schulden, ohne festen Wohnsitz, mit der Dienstaufsicht im Nacken. Das geht nicht ohne Korruption und etlichen Ausweichmanövern.
Belsey ist sicher einer der charmantesten korrupten Polizisten, die es in Büchern gibt, bei allem Charme fehlt es manchmal ein bißchen an Kawuppdich (sacht man im Rheinland für rasant). Kann gerne wiederkommen.


Freitag, 8. Juni 2012

Der kalte Traum von Oliver Bottini

Um es kurz zusammenzufassen, Oliver Bottini hat es geschafft, das Drama des Jugoslawienkrieges in einem sehr stimmungsvollen Krimi zu beschreiben und auch ein Stück weit zu erklären. Ich finde diesen Krieg unfassbar, vor unserer Haustür und habe mich bis jetzt geweigert, mich damit zu beschäftigen.

Der Ausgangspunkt des Buches ist ein kroatischstämmiger Deutscher, der mit Familie und Freunden 15 Jahre nach dem Krieg wieder von ihm eingeholt wird.

Der Krimi ist sehr gut recherchiert, spannend bis zum Schluß, hochpolitisch und ich denke über ein Kapitel Europa nach, von dem ich lange nichts wissen wollte.

Oliver Bottini hat sich ja schon mit seiner Reihe um Louise Boni zur Krimimeisterschaft geschrieben, zuerst fand ich es ja ein bißchen betulich, aber die letzten, - Das verborgene Netz- und - Jäger in der Nacht - waren sehr stimmungsvoll und spannend zu lesen. Seine Bücher sind wie regnerische Herbsttage auf dem Sofa, darauf stehe ich ja...

Donnerstag, 24. Mai 2012

Alle sterben, auch die Löffelstöre von Kathrin Aehnlich

Skarlets alter Freund Paul stirbt und bittet sie, die Rede bei der Beerdigung zu halten. Bis zur Beerdigung lässt Skarlet ihr gemeinsames Leben noch einmal Revue passieren. 

Das Buch wurde ja schon hier in da vorgestellt und hat mich gar nicht angesummt. Eine liebe Freundin hat es mir zum Geburtstag geschenkt und was soll ich sagen, es ist toll. Zum Lachen und zum Weinen, aber das Beste daran ist für mich, ich konnte mich etwas mit dem Tod versöhnen. 

Seit ich 40 bin, habe ich das Gefühl, es geht nur noch bergab. Beim Lesen dieses Buches habe ich begriffen, alle sterben. Das Wichtigste sind meine Lieben, meine Familie, meine Freunde. Das hat mich sehr getröstet, was so ein kleines Buch alles bewirken kann.

Zur Zeit poste ich nicht so oft, muß ja in den Garten. Aber ich werde dabeibleiben und hoffentlich im Winter wieder mehr lesen.





Samstag, 12. Mai 2012

Das große Märchenbilderbuch der Gebrüder Grimm

Dieses wunderbar illustrierte Märchenbuch lädt mit seinen schönen Bildern unser Hütchen ein, sich Geschichten erzählen zu lassen, nein, nicht vorlesen. Verschiedene Illustratoren haben die 7 Märchen in diesem Buch auf ganz verschiedene Art dargestellt, wirklich sehr schön. Ich gucke es mir auch immer wieder gerne an.

Muttermilch von Edvard St Aubyn und Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes

Es ist Zufall, dass ich zwei männliche, britische Autoren hintereinander gelesen habe. Unterschiedlich könnten die Bücher in ihrer Art und Weise auch kaum sein. Bei St Aubyn handelt es sich um eine Familie und das gemeinsame Leben nach der Geburt der Kinder und bei Barnes blickt ein Rentner auf eine Episode seines Lebens zurück. Die große Gemeinsamkeit bei beiden ist allerdings der Blick von Männern auf Männer. Auf der einen Seite ein abhäniger (von Bestätigung, Alkohol, seiner Mutter) Vater und Ehemann, der von St Aubyn ziemlich sarkastisch dargestellt wird und auf der anderen Seite ein durch leben tapsender, nie erwachsen gewordener Mann, den man irgentwie nicht so richtig ernst nehmen kann. Ich frage mich allen ernstes, wie ist das mit den Männern wirklich, wenn die Männer auch kein gutes Haar an ihnen lassen?

Mittwoch, 2. Mai 2012

Das Schwein kam mit der Post

Das Zähnchen hatte Geburtstag und wir warten auf die nächste Lücke. Er hat  - Das Schwein kam mit der Post - von Jörg Juretzka zum Geburtstag bekommen (von seinen Eltern). Der Autor schreibt auch Krimis, die ich mag, da war ich natürlich neugierig. Also, vorneweg, das ist ganz viel Pott drin. (Nein, nicht zum rauchen, Ruhrpott) Er schreibt, wie man spricht. Ist beim Vorlesen nicht ganz unanstrengend, aber liebenswert und voller Klichees nett geschrieben. Ab 9 Jahre hätte es auch getan.
Man möge mir den ein oder andern Kalauer verzeihen, ich bin gerade ein bißchen albern.


Von wegen Asbest von Claudia Rapp

Mein Schwiegervater hat mich auf ein Kindle eingeladen, - Von wegen Asbest - von Claudia Rapp. In der Uni Konstanz ist die Bibliothek wegen Feinstaubbelastung geschlossen, aber in Wirklichkeit war es nur ein Vorwand um irgendetwas zu erpressen (huch, ich habe ganz vergessen, was). Eine größere Gruppe Studenten und Mitarbeiter der Uni wird im Gebäude gefangen genommen und es werden Geschichten von den einzelnen Leuten erzählt. Leider bleibt die Handlung sehr blass, irgendwie sind die Menschen alle gleich erzählt und wie sie sich befreien ist ein Witz.
Als ich bei 32% Lesekapazität angekommen war, dachte ich, wo kommt jetzt noch der Dreh, das Buch ist doch gleich zu Ende!! Dann fing es einfach wieder von vorne an. Meine 853 Leser, die einen Kindle besitzen werden jetzt sagen, Gott, ist die doof, das ist doch immer so!!